Animationsfilm
Regie: Gints Zilbalodis
Lettland 2024
In Kooperation mit der Kulturakademie Segeberg, VJKA und der Gemeinde Latendorf im Rahmen der "SE-Kulturtage"
Ort: Mühlenberghaus, Hauptstraße 39, 24598 Latendorf
Der Film wurde 2025 mit dem Oscar als bester Animationsfilm
ausgezeichnet. Im Jahre 2024 lief er als Eröffnungsfilm der Nordischen
Filmtage in Lübeck.
Eine schwarze Katze kann sich mit einigen anderen Tieren auf einem Segelboot vor einer alles überschwemmenden Flut in Sicherheit bringen. Sie sehen sich enormen Herausforderungen gegenüber, die nur durch Kompromisse und Teamwork gemeistert werden können. Die Geschichte weckt viele Assoziationen von der Klimakrise über Flüchtlingsboote bis zur biblischen Geschichte der Arche Noah. Der atemberaubende Film verzichtet auf Sprache, umgeht eine Vermenschlichung der Tiere und handelt parabelhaft vom Miteinander und einer gelingenden Gemeinschaft. Seine eindrückliche Botschaft wird in betörenden Bildern voller geheimnisvoller Landschaften transportiert. Nur bei der Animation der Tiere, die teils allzu grob gestaltet sind, spürt man die beschränkten Produktionsbedingungen. In inhaltlicher und dramaturgischer Hinsicht weist der Film weit in die Zukunft. - Sehenswert
Komödie
Regie: Hannes Holm
mit: Robert Gustafsson (Ingmar) · Emelia Sallhag (Erika) · Jonas Karlsson (Rolf Burman) · Simon Gregor Carlsson (Daniel) · Enzo Blad Nielsen (Elis)
Schweden 2025 | 109 Minuten | ab 0
Während in Südschweden eine unerträgliche Hitzewelle herrscht und das Trinkwasser knapp wird, entdeckt ein griesgrämiger Witwer in seinem Garten einen geheimnisvollen Wasserhahn. Dreht er diesen auf, beginnt es unerklärlicherweise zu regnen. Da die Bürgermeisterin der nahen Stadt Kalmar die Wasserkrise schnellstens lösen will, ergreift sie die Chance, ein Geschäft mit dem grantigen alten Mann zu machen. Eine nur leidlich unterhaltsame Komödie, die ihre fantastische Prämisse nicht etwa als Warnung vor dem Klimawandel versteht, sondern als Katalysator für den Neustart eines alten, verbitterten Mannes nutzt. Der Witz kocht auf Sparflamme, dem Film fehlen satirische Schärfe und dramatische Höhepunkte. - Ab 14.
Drama
Regie: Jutta Brückner
mit: Corinna Harfouch (Ursula Scheuner) · Carla Juri (Melanie Splitter) · Hildegard Schmahl (Hildegard Scheuner) · Nina Kunzendorf (Sylvia Blockmann) · Samuel Finzi (Bogumil Frindner)
Deutschland 2026 | 95 Minuten | ab 12
Eine Archäologin hat bei Ausgrabungen im Moor eine mumifizierte Frauenleiche entdeckt, die sie weiter untersuchen will, wobei sie nur eine neue, junge Assistentin ins Vertrauen zieht. Zugleich ringt die Wissenschaftlerin mit der Erinnerung an ihre gerade erst verstorbene Mutter. In einer Mischung aus Psychodrama, Wissenschaftskrimi und Mystery knüpft die Filmemacherin Jutta Brückner an frühere Werke über die Komplexität von Mutter-Tochter-Beziehungen an und leuchtet ein schwieriges Verhältnis mit Abgründen und Vorwürfen aus. Symbolisch stark aufgeladen, entziehen sich Bilder und Erzählung der Eindeutigkeit und entgehen mit inszenatorischer Lust und hervorragenden Darstellerinnen einer allzu expliziten Ausformulierung der Seelenlagen. - Sehenswert ab 16.
Drama
Regie: Lars Jessen
mit: Charly Hübner (Paul Gompitz) · Lina Beckmann (Anne Gompitz) · Thorsten Merten (Günter) · Bruno di Chiara (Maurizio) · Jens Münchow (Bootsmann Peter)
Deutschland 2026 | 97 Minuten | ab 6
Anfang der 1980er-Jahre entwickelt ein Ostseeschiffs-Kellner durch die Lektüre von Johann Gottfried Seumes Reisebericht „Spaziergang nach Syrakus“ eine Sehnsucht nach Italien. Die Ausreisebeschränkungen der DDR bremsen ihn zunächst aus, doch geht er beharrlich daran, seine Flucht übers Wasser nach Dänemark zu organisieren. Nach jahrelangen Vorbereitungen kann er seinen Plan durchführen, muss seine Frau aber zurücklassen. Das als Rückblende aus dem Jahr 2006 erzählte Drama erzählt mit melancholischem Grundton von der Freiheitsunterdrückung in der DDR, wobei das spezifische Verlangen der Hauptfigur eher beliebig wirkt. Eindrücklich ist jedoch die akribische Beschreibung der Fluchtdurchführung, bei der es dem Film auf innere Entfremdungsprozesse statt auf vordergründige Spannung ankommt. - Ab 14.
Drama
Regie: Kai Stänicke
mit: Paul Boche (Hein) · Philip Froissant (Friedemann) · Emilia Schüle (Greta) · Stephanie Amarell (Heide) · Jeanette Hain (Jorinde)
Deutschland 2026 | 122 Minuten | ab 6
Nach 14 Jahren Abwesenheit kehrt ein Lehrer vom Festland auf seine heimatliche Nordseeinsel zurück. Doch niemand heißt ihn willkommen, vielmehr begegnen ihm die Bewohner feindselig, und selbst Jugendfreunde geben an, ihn nicht zu kennen. Als ein Gericht zur Feststellung seiner Identität einberufen wird, offenbart sich, dass die Erinnerungen des Mannes grundlegend anders sind als die der Zeugen. Ein entrückter Film zwischen absurder Komödie und Parabel mit kafkaesken Anstrichen, die durch die offene zeitliche Verortung und den namenlosen Schauplatz universelle Züge bekommen. Die Inszenierung nutzt Verfremdungseffekte wie lediglich angedeutete Kulissen, um von Entfremdung und Identitätssuche zu erzählen. - Ab 14.
Biopic
Regie: David Michôd
mit: Sydney Sweeney (Christy Martin) · Ben Foster (Jim Martin) · Merritt Wever (Joyce Salters) · Katy O'Brian (Lisa Holewyne) · Ethan Embry (Johnny Salters)
USA 2026 | 135 Minuten | ab 16