Das Programm

Alle Filme laufen im CinePlanet5, Oldesloer Straße 34, Bad Segeberg (Tel.: 04551-7100).
Do 12. Dezember und Di 17. Dezember 17.30 und 20 Uhr
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Tel Aviv on Fire

Drama

Regie: Sameh Zoabi

mit: Kais Nashif (Salam Abbass) · Lubna Azabal (Tala / Manal aka Rachel) · Yaniv Biton (Kommandant Assi Tzur) · Maisa Abd Elhadi (Mariam) · Nadim Sawalha (Bassam)

Luxemburg/Belgien/Israel/Frankreich 2018 | 101 Minuten | ab 6

Schwarze Komödie um den Autor einer palästinensischen Fernsehserie, der den Anweisungen eines israelischen Militärs folgen muss und teils absurde Entwicklungen in die Vorabend-Serie um eine palästinensische Spionin zwischen zwei Männern hineinschreibt. Die Doppelung zwischen Handlungs- und Film-im-Film-Ebene bietet viel Raum für illustre Verwicklungen und entwirft kurzweilig-spielerische Alternativen zur realen politischen Situation. Der charmanten Mediensatire mangelt es allerdings mitunter an Präzision und einer klaren Konturierung der Figuren. - Ab 14.

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Do 19. Dezember 17.30 und 20 Uhr
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Die Agentin

Drama

Regie: Yuval Adler

mit: Diane Kruger (Rachel) · Martin Freeman (Thomas) · Cas Anvar (Farhad) · Rotem Keinan (Daniel) · Liron Levo (Dan)

Israel/Deutschland/USA/Frankreich 2019 | 117 Minuten | ab 16

Eine Mossad-Agentin, die in Teheran an Informationen über das Atomprogramm herankommen soll, taucht unter und lässt ihren Führungsoffizier über ihre Motive im Dunkeln. Die Romanverfilmung springt formal recht komplex zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her, simplifiziert aber Figuren und Handlung. Die glaubwürdige Hauptdarstellerin kann diese Schwäche nur halbwegs ausgleichen. - Ab 16.

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Do 26. Dezember 17.30 und 20 Uhr
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2040 - Wir retten die Welt!

Dokumentarfilm

Regie: Damon Gameau

Australien 2019 | 92 Minuten | ab 16

Der Dokumentarfilmer Damon Gameau versucht Weltuntergangsphantasien in Zeiten des Klimawandels eine hoffnungsvolle Perspektive entgegenzusetzen: Indem er diverse bereits existierende Projekte zur Nachhaltigkeit vorstellt, entwickelt er die optimistische Vorstellung einer Welt im Jahr 2040, in der die Ideen flächendeckend umgesetzt worden sind. Mit einfallsreichen filmischen Mitteln findet die engagierte Dokumentation Wege, auch komplexe Sachverhalte spielerisch-unterhaltsam zu vermitteln. - Ab 12.

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Do 2. Januar 2020 und Di 7. Januar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Bis dann, mein Sohn

Drama

Regie: Wang Xiaoshuai

mit: Wang Jingchun (Yaojun Liu) · Yong Mei (Liyun Wang) · Qi Xi (Moli Shen) · Du Jiang (Hao Shen) · Ai Liya (Haiyan Li)

China 2019 | 185 Minuten | ab 6

Wenige Jahre nach der Kulturrevolution ertrinkt der einzige Sohn eines chinesischen Ehepaars in einem Stausee. Die Tragödie ist das Epizentrum eines Dramas, das zwei befreundete Familien über mehrere Jahrzehnte begleitet und dabei insbesondere den Auswirkungen der Ein-Kind-Politik nachspürt. Der Schmerz der Trauer wird dabei nicht chronologisch, sondern in weit verstreuten Splittern vergegenwärtigt, die sich in der meisterhaften Montage zu einer berührenden Erzählung von Zusammenhalt und Liebe fügen. - Sehenswert ab 14.

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Do 9. Januar 2020 und Di 14. Januar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Lara

Drama

Regie: Jan-Ole Gerster

mit: Corinna Harfouch (Lara) · Tom Schilling (Viktor) · André Jung (Herr Czerny) · Volkmar Kleinert (Prof. Reinhoffer) · Rainer Bock (Viktors Vater)

Deutschland 2019 | 98 Minuten | ab 0

Eine frühpensionierte Beamtin erwacht am Morgen ihres 60. Geburtstages und lässt sich in einer Mischung aus Schwermut und sarkastischem Humor durch den Tag treiben. Sie hebt all ihr Geld ab, kauft ein Galakleid und die Restkarten eines Konzertes, bei dem ihr Sohn als Pianist am Abend eine eigene Komposition vorstellen will. Nicht alle Geheimnisse der kühlen Protagonistin und ihres zwischen Tristesse und Lebensmüdigkeit schwankenden Daseins werden dabei gelüftet. Der außergewöhnliche Film über Kunst, Familie und Einsamkeit handelt als kluge Selbstkritik des Bildungsbürgertums von Disziplin, Gewalt und Selbstverletzung. - Sehenswert ab 16.

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Do 16. Januar 2020 und Di 21. Januar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Der Glanz der Unsichtbaren

Drama

Regie: Louis-Julien Petit

mit: Audrey Lamy (Audrey) · Corinne Masiero (Manu) · Noémie Lvovsky (Hélène) · Déborah Lukumuena (Angélique) · Pablo Pauly (Dimitri)

Frankreich 2018 | 102 Minuten | ab 6

In einer nordfranzösischen Stadt soll ein Tageszentrum für obdachlose Frauen wegen angeblicher Ineffektivität geschlossen werden. Die Sozialarbeiterinnen setzen deshalb alles daran, um ihren Schützlingen doch noch einen Weg zurück in die Gesellschaft zu ebnen und wecken tatsächlich den lange unterdrückten Willen zum Aufbruch. Herzliche, flott und pointiert inszenierte Sozialkomödie, deren überwiegend von Laien gespielte Figuren eine große Wahrhaftigkeit ausstrahlen. Nachdrücklich sensibilisiert der Film für die Aufmerksamkeit gegenüber Ausgegrenzten und würdigt zugleich Einsatz, Mut und Kreativität der Sozialhelferinnen. - Sehenswert ab 12.

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Do 23. Januar 2020 und Di 28. Januar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Parasite

Drama

Regie: Bong Joon-ho

mit: Song Kang-ho (Ki-taek) · Cho Yeo-Jeong (Yeon-kyo) · Park So-dam (Ki-jung) · Chang Hyae Jin (Chung-sook) · Jung Hyeon-jun (Da-song)

Südkorea 2019 | 132 Minuten | ab 16

Der Sohn einer armen Familie ergaunert sich den Job eines Privatlehrers bei einer neureichen Familie und bringt nach und nach seine Angehörigen in dem lichten Haus über der Stadt Seoul unter. Allerdings entpuppt sich der Gegensatz von Arm und Reich, Oben und Unten, Wirt und Parasit im Laufe der Handlung als mehrdeutig, bis ein sintflutartiger Wolkenschauer die Statik der Verhältnisse gänzlich zum Einsturz bringt. Die stylische Gesellschaftsgroteske schraubt sich in immer absurdere Höhen, handelt im Kern aber von einer Gesellschaft, in der Gier und Maßlosigkeit das Verhalten bestimmen. Ein souverän inszenierter Genre-Hybrid aus Drama, Farce und Parabel, der über die koreanischen Verhältnisse hinaus auf eine fundamentale Kritik des westlichen Lebens-, Arbeits- und Konsummodells zielt. - Sehenswert ab 16.

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Do 30. Januar 2020 und Di 4. Februar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Deutschstunde

Drama

Regie: Christian Schwochow

mit: Levi Eisenblätter (Siggi Jepsen, Kind) · Tobias Moretti (Max Ludwig Nansen) · Ulrich Noethen (Jens Ole Jepsen) · Maria Dragus (Hilke Jepsen) · Johanna Wokalek (Ditte Nansen)

Deutschland 2019 | 125 Minuten | ab 12

Nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert sich ein junger Mann in einer Besserungsanstalt an den Konflikt, der ihn an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Während der NS-Zeit hatte sein Vater als Dorfpolizist einen Maler verfolgt und sich zum brutalen Mittäter gemacht. Doch auch nach dem Untergang des Regimes ändert er seine Haltung nicht. Von ausgezeichneten Darstellern getragene Verfilmung des 1968 veröffentlichten Romans von Siegfried Lenz.

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Do 6. Februar 2020 und Di 11. Februar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Systemsprenger

Drama

Regie: Nora Fingscheidt

mit: Helena Zengel (Benni) · Albrecht Schuch (Michael Heller) · Gabriela Maria Schmeide (Frau Bafané) · Lisa Hagmeister (Bianca Klaaß) · Melanie Straub (Dr. Schönemann)

Deutschland 2019 | 125 Minuten | ab 12

Ein neunjähriges Mädchen, das schon mehrere psychiatrische Aufenthalte hinter sich hat, verweigert sich so radikal allen Verhaltensnormen, dass es für seine Betreuer schwer wird, überhaupt noch Einrichtungen oder Pflegeeltern zu finden. Die Helfer ahnen, dass hinter den Gewaltausbrüchen frühkindliche Traumata stecken, sind aber überfordert und nehmen die Aggression des Kindes persönlich. Der sorgfältig recherchierte und in den Hauptrollen überragend gespielte Film will weder anklagen noch urteilen, sondern wirbt mit großer Kraft um Verständnis für ein Kind, das mit extremen Ausbrüchen nach Halt und Geborgenheit sucht. Statt auf ein Sozialdrama setzt die Inszenierung auf eine starke affektive Anteilnahme der Zuschauer, die auch psychisch in das chaotische Erleben der Protagonistin involviert werden. - Sehenswert ab 14.

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Do 13. Februar 2020 und Di 18. Februar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Gelobt sei Gott

Drama

Regie: François Ozon

mit: Melvil Poupaud (Alexandre Guérin) · Denis Ménochet (François Debord) · Swann Arlaud (Emmanuel Thomassin) · Éric Caravaca (Gilles Perret) · François Marthouret (Kardinal Barbarin)

Frankreich 2019 | 138 Minuten | ab 6

Ein Katholik aus dem Bürgertum von Lyon entdeckt, dass der Priester, der ihn als Junge missbrauchte, noch immer mit Kindern arbeitet. Sein Versuch, den zuständigen Kardinal zu einer Reaktion zu bewegen, bleibt erfolglos, sodass er sich schließlich zu einer Anzeige entscheidet. Binnen kurzem melden sich zahlreiche weitere Opfer, die gemeinsam gegen das Schweigen der katholischen Kirche gegenüber sexuell übergriffigen Priestern aufbegehren wollen. Sorgfältig recherchiertes Drama über einen der kirchlichen Missbrauchsskandale, der in Frankreich besonders hohe Wellen schlug. Der auf drei der Opfer konzentrierte Film zeigt in wortreichen Sequenzen die Chronologie der Aufdeckung und würdigt den Mut, die Traumata ihrer Vergangenheit sichtbar zu machen. - Sehenswert

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Do 20. Februar 2020 und Di 25. Februar 2020 17.30 und 20 Uhr
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Der Distelfink

Drama

Regie: John Crowley

mit: Ansel Elgort (Theo Decker) · Oakes Fegley (Junger Theo) · Aneurin Barnard (Boris Pavlikovsky) · Finn Wolfhard (Junger Boris) · Nicole Kidman (Mrs. Barbour)

USA 2019 | 150 Minuten | ab 12

Ein Mann rekapituliert in einem Hotelzimmer in Amsterdam seine traumatische Lebensgeschichte, in der ihm als Kind ein Bombenanschlag auf das Museum of Modern Art in New York nicht nur die Mutter raubte, sondern auch ein kleines Gemälde in die Hände spielte, das ihm als imaginärer Fluchtpunkt bei den anderen Katastrophen seines Daseins diente. Die vielschichtige Adaption eines preisgekrönten Romans trägt zwar schwer an der Last des literarisch ausdifferenzierten Erzählkosmos schicksalhafter Begegnungen, arbeitet aber glaubhaft das Ringen des Protagonisten mit Schuldgefühlen und tiefen menschlichen Verlusterfahrungen heraus.

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Do 27. Februar 2020 und Di 3. März 2020 17.30 und 20 Uhr
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The Whale and the Raven

Dokumentarfilm

Regie: Mirjam Leuze

mit: Ansel Elgort (Theo Decker) · Oakes Fegley (Junger Theo) · Aneurin Barnard (Boris Pavlikovsky) · Finn Wolfhard (Junger Boris) · Nicole Kidman (Mrs. Barbour)

Kanada 2019 | 106 Minuten | ab 0

Der meditative Dokumentarfilm begleitet zwei Walforscher an der kanadischen Pazifikküste, die im Kitimat-Fjord Buckelwale und Orcas beobachten. Das maritime Biotop wird jedoch von einer geplanten Schiffsroute bedroht. Der beeindruckende Film porträtiert den lokalen Kampf gegen das Vorhaben, konzentriert sich mit großer Bildmacht aber vor allem auf die Faszination, die von den riesigen Tieren ausgeht. Mit majestätischen Bildern, darunter vielen Luftaufnahmen, entwirft der Film ein schmerzhaft-schönes Bild einer bedrohten Naturregion, in dem kleinere formale Unstimmigkeiten nicht weiter ins Gewicht fallen. - Sehenswert

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Do 5. März 2020 und Di 10. März 2020 17.30 und 20 Uhr
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Nurejew - The White Crow

Biopic

Regie: Ralph Fiennes

mit: Oleg Ivenko (Rudolf Nurejew) · Adèle Exarchopoulos (Clara Saint) · Chulpan Khamatova (Ksenija Puschkin) · Ralph Fiennes (Alexander Puschkin) · Alexej Morosow (Strischewski)

Großbritannien/Frankreich/Serbien 2018 | 127 Minuten | ab 6

Der russische Ausnahmetänzer Rudolf Nurejew (1938-1993), Sohn tatarischer Bauern, avanciert nach einer Ausbildung an der Ballettakademie in Leningrad schnell zum gefeierten Star. Bei einer Tournee nach Paris kehrt er 1961 der ungeliebten Sowjetunion den Rücken, weil er im Westen die Möglichkeit erkennt, seine Homosexualität offen zu leben. Das biografisch orientierte Drama über eine verspätete Adoleszenz arbeitet im permanenten Wechsel der Lebensstationen die Spannung in Nurejews Entwicklung heraus, verschleppt in seiner Sprunghaftigkeit aber auch das Tempo. Der fantastische Hauptdarsteller und die kongeniale Kamera entwickeln auf der Bühne eine magische Präsenz.

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